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Interview mit Lehrerin Eva Neugebauer: „Ich möchte den Kindern ganz viel Optimismus mitgeben."

24.03.2026
  • 20 Jahre

Seit 2009 prägt Eva Neugebauer als Deutschlehrerin den Campus Berlin Süd mit ihrer Erfahrung, der positiven Lebenseinstellung und ihrer Begeisterung für ihren Beruf. Im Interview erzählt sie, warum Schule Spaß machen sollte, wie sich die Arbeit mit Kindern im Laufe der Zeit verändert hat und was die Schülerinnen und Schüler ihr täglich zurückgeben.
 

Du bist schon lange dabei – seit 2009. Wie bist du damals zu Phorms gekommen?
Ich habe mich 2009 bei Phorms Berlin Süd beworben, ein Jahr nach der Gründung. Mich hat fasziniert, eine Schule komplett neu mit aufzubauen und meine langjährige Erfahrung als Lehrerin einzubringen. Damals hatten wir ca. 80 Schülerinnen und Schüler und haben nur im Erdgeschoss unterrichtet. Alles war neu und aufregend.
 

Was hat dich besonders an dem Job gereizt?

Vorher habe ich ausschließlich an staatlichen Schulen gearbeitet, wo die Strukturen teilweise sehr starr sind. Außerdem mag ich das Bilinguale. Ich war mit 17 Jahren ein Jahr in Amerika und später ein Jahr in Paris. Die damalige Schulleitung und ich waren uns zudem sofort sympathisch – da musste ich nicht lange überlegen.
 

Was magst du an deiner Arbeit als Lehrerin?

Ich sage immer: Meine Arbeit ist mein Hobby! Nach meiner Pensionierung habe ich zunächst eine Pause eingelegt, doch ich habe schnell gemerkt, dass ich wieder arbeiten möchte.

Ich fühle mich noch sehr fit und bin aktiv. Und Kinder sind einfach herrlich spontan, ehrlich und offen. Sie sagen dir, wenn etwas nicht läuft – aber auch, wenn es gut läuft und sie deinen Unterricht mögen. 
 

Welche Werte prägen deine Arbeit und was möchtest du den Kindern mitgeben?

Ich möchte den Kindern etwas von meiner Lebenserfahrung, meinem Optimismus und von meiner positiven Lebenseinstellung mitgeben. Meine Message ist: Bleibt immer neugierig und wissbegierig, egal, wie alt ihr seid. Ich selbst bin nach wie vor ein spontaner, neugieriger Mensch.

Kinder gehen eigentlich sehr gerne zur Schule, aber diese Begeisterung schwindet leider oft mit der Zeit. Schule soll Spaß machen! Ich versuche deshalb, meinen Unterricht abwechslungsreich und spielerisch zu gestalten.
 

Wie schaffst du das?

Ich arbeite viel mit Lernspielen und kaum mit Arbeitsblättern. Zum Beispiel mache ich Ballspiele im Unterricht. Die Kinder werfen sich einen Ball zu und beantworten dabei Fragen. 
 

Was waren denn besondere Highlights für dich in deiner Zeit bei Phorms?

Da gibt es viele. Erst gestern kam ein russisches Mädchen zu mir, hat mich umarmt und gesagt: „Schön, dass du wieder da bist!“ Das sind Momente, die ans Herz gehen.

Besonders berührt hat mich eine Schülerin, die mir nach ihrem Abitur erzählt hat, dass Deutsch ihr erst durch meinen Unterricht wirklich Spaß gemacht hat. Sie hat mich sogar zu ihrem Abiball eingeladen und wir haben bis heute Kontakt.
 

Was sind heutzutage die größten Herausforderungen in der pädagogischen Arbeit?

Ganz klar der Umgang mit Medien. Ich habe drei Enkelkinder, und auch für meine eigenen Kinder ist es als Eltern ein großes Thema. Ich finde es wichtig, die Kinder dort abzuholen, wo sie stehen, und ihre Interessen ernst zu nehmen.

Medien und KI können wir heute nicht ignorieren. Ich versuche, mit den Kindern darüber zu sprechen, wie man Medien sinnvoll nutzt und auch kritisch hinterfragt.
 

Haben sich Kinder im Laufe der Zeit verändert?

Viele schimpfen auf die jungen Generationen. Ich sehe das anders. Zumindest hier bei Phorms sind die Kinder selbstständiger und selbstbewusster als früher. Die Kinder lernen hier sehr früh, frei vor anderen zu sprechen und sich aktiv an Diskussionen oder Debatten zu beteiligen, das finde ich großartig.
 

Denkst du manchmal ans Aufhören?

Um ehrlich zu sein: selten. Dafür bin ich viel zu gerne Lehrerin. Und ich bin ja nicht die Einzige, die im hohen Alter noch arbeitet. Ich möchte in Bewegung bleiben, körperlich und im Kopf. Und solange ich merke, dass ich den Kindern etwas fürs Leben mitgeben kann, bleibe ich gerne im Klassenzimmer.
 

Danke für das Gespräch, liebe Eva!