Wie schaffst du das?
Ich arbeite viel mit Lernspielen und kaum mit Arbeitsblättern. Zum Beispiel mache ich Ballspiele im Unterricht. Die Kinder werfen sich einen Ball zu und beantworten dabei Fragen.
Was waren denn besondere Highlights für dich in deiner Zeit bei Phorms?
Da gibt es viele. Erst gestern kam ein russisches Mädchen zu mir, hat mich umarmt und gesagt: „Schön, dass du wieder da bist!“ Das sind Momente, die ans Herz gehen.
Besonders berührt hat mich eine Schülerin, die mir nach ihrem Abitur erzählt hat, dass Deutsch ihr erst durch meinen Unterricht wirklich Spaß gemacht hat. Sie hat mich sogar zu ihrem Abiball eingeladen und wir haben bis heute Kontakt.
Was sind heutzutage die größten Herausforderungen in der pädagogischen Arbeit?
Ganz klar der Umgang mit Medien. Ich habe drei Enkelkinder, und auch für meine eigenen Kinder ist es als Eltern ein großes Thema. Ich finde es wichtig, die Kinder dort abzuholen, wo sie stehen, und ihre Interessen ernst zu nehmen.
Medien und KI können wir heute nicht ignorieren. Ich versuche, mit den Kindern darüber zu sprechen, wie man Medien sinnvoll nutzt und auch kritisch hinterfragt.
Haben sich Kinder im Laufe der Zeit verändert?
Viele schimpfen auf die jungen Generationen. Ich sehe das anders. Zumindest hier bei Phorms sind die Kinder selbstständiger und selbstbewusster als früher. Die Kinder lernen hier sehr früh, frei vor anderen zu sprechen und sich aktiv an Diskussionen oder Debatten zu beteiligen, das finde ich großartig.
Denkst du manchmal ans Aufhören?
Um ehrlich zu sein: selten. Dafür bin ich viel zu gerne Lehrerin. Und ich bin ja nicht die Einzige, die im hohen Alter noch arbeitet. Ich möchte in Bewegung bleiben, körperlich und im Kopf. Und solange ich merke, dass ich den Kindern etwas fürs Leben mitgeben kann, bleibe ich gerne im Klassenzimmer.