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„Bei Phorms habe ich Toleranz und weltoffenes Denken gelernt“: Eine Schulzeit, die nachwirkt

28.10.2026
  • Schulleben

Maxi kam 2007 in der dritten Klasse an den Phorms Campus Berlin Mitte – mitten im Schuljahr und mit wenig Erfahrung im bilingualen Unterricht. Heute hat er einen Bachelor of Science in International Forest and Ecosystem Management, studiert nachhaltiges Tourismusmanagement und bewegt sich in einem internationalen Umfeld.
 

Gemeinsam mit seiner Mutter blickt er anlässlich des 20-jährigen Jubiläums des Campus Mitte auf seine Jahre bei Phorms zurück: auf Pioniergeist und kleine Klassen, Freundschaften, die bis heute halten, und eine Schulzeit, die seinen Blick auf die Welt geprägt hat. 
 

Maxi, du bist 2007 mitten im Schuljahr zu Phorms gewechselt. Kannst du dich an deinen ersten Schultag bei uns erinnern?

Maxi: Ja, ich erinnere mich gut. Ich bin mit meiner Mutter an der Hand in die Schule gelaufen und wurde von der damaligen Schulleiterin begrüßt: „Hello, how are you doing?“ Ich dachte nur: „Warum reden die alle in einer anderen Sprache mit mir?!“

Ich bin zwar in einem internationalen Umfeld aufgewachsen, wir sind viel gereist und ich bin vorher schon mit der englischen Sprache in Berührung gekommen. Trotzdem war da im ersten Moment ein Gefühl von Überforderung.
 

Wie bist du mit dem Unterricht auf Englisch zurechtgekommen?

Maxi: Das Ganze wurde von der Schule sehr gut aufgefangen. Nach einem halben Jahr fühlte sich die Bilingualität im Schulalltag für mich schon völlig selbstverständlich an. Die Lehrkräfte sind generell sehr auf uns eingegangen. Wenn man etwas noch nicht konnte, war die Botschaft: Dann schauen wir, wie du es schaffen kannst! Das war schon besonders und an anderen Schulen habe ich das anders erlebt.

 

Isabel, wie sind sie damals auf Phorms aufmerksam geworden?

Isabel: Wir waren gerade von Wien nach Berlin gezogen. Mein damaliger Mann war Opernsänger, ich bin Regisseurin, wir waren viel unterwegs und haben uns immer in einem kreativen, internationalen Umfeld bewegt.

In Berlin war es damals gar nicht so einfach, eine Schule zu finden, die zu diesem Leben passte. Meine Mutter hatte in der Zeitung von der Gründung von Phorms gelesen und kam mit dem Artikel zu uns: „Hier, das könnte doch etwas für euch sein.“ Den Artikel habe ich heute noch. Phorms war damals wirklich ein Anker für uns: Viele Familien bei Phorms hatten internationale Biografien oder Lebensmodelle. Wir fühlten uns vom ersten Tag an wohl und willkommen.
 

Die Phorms-Schule in Mitte war damals noch relativ neu, genau genommen erst zwei Jahre alt. Wie war die Stimmung in dieser Anfangszeit?

Isabel: Es herrschte ein besonderer „Gründungszauber“: Da waren so viele dankbare, fröhliche und engagierte Kinder, Eltern und Lehrkräfte. Es gab eine große Offenheit und Neugier. Alle haben sich eingebracht. Ich erinnere mich zum Beispiel an eine Aktion, bei der Eltern, Schülerinnen und Schüler gemeinsam die Wände gestrichen haben. Davon gibt es auch noch Bilder. Ich habe alle Jahrbücher aufgehoben. Wir fühlen uns Phorms auch heute noch verbunden, das Zugehörigkeitsgefühl ist nach wie vor da.
 

Maxi: Es war auf jeden Fall nicht dieses klassische „Schulgefühl“, kein autoritäres von oben herab. Die Schulleitung hat uns jeden Morgen am Tor persönlich begrüßt. Die Lehrkräfte haben uns unterstützt und ernst genommen. Das hat unser Selbstverstrauen gestärkt.

Als ich vor Kurzem bei einem Alumni-Treffen ehemalige Mitschülerinnen und Mitschüler wiedergesehen habe, hatte ich den Eindruck, dass viele für ihr Alter sehr reflektiert und souverän sind. Es sind übrigens viele Freundschaften über die Schulzeit hinaus erhalten geblieben.
 

Maxi, du hast Jazzgitarre auf Lehramt an der Universität der Künste studiert, einen Bachelor of Science in International Forest and Ecosystem Management gemacht und studierst aktuell nachhaltiges Tourismusmanagement. Was würdest du sagen, wie haben dich deine Jahre bei Phorms darauf vorbereitet?

Maxi: Phorms hat den Grundstein gelegt für meine akademische Laufbahn. Mein Lieblingsort in der Schule war der Science-Raum mit all den Modellen und Experimenten. Wir haben bei Phorms viel praxisorientiert gearbeitet, Dinge ausprobiert und getestet, das war toll. Naturwissenschaften haben mich schon früh begeistert und diese Leidenschaft ist geblieben.

Auch der Musikunterricht war großartig. Da wir so wenig Kinder waren, hatte jedes Kind im Unterricht eine Gitarre in der Hand. Das hat den Boden bereitet für mein späteres Studium an der Universität der Künste. Aktuell arbeite ich nebenbei als Gitarrenlehrer.

Was für eine Rolle spielt die Bilingualität für dich heute?

Maxi: Englisch spielt in jedem Bereich meines Lebens eine Rolle, ob beruflich oder privat. Meine guten Sprachkenntnisse haben mir viele Türen geöffnet. Es geht aber nicht allein um die Sprache. Ein internationales, diverses Umfeld prägt auch die Persönlichkeit. Wenn man sein ganzes Leben in einem sehr homogenen Umfeld verbringt, bekommt man manche Perspektiven einfach weniger mit.

Das internationale Denken, das Kosmopolitische, das ist noch heute sehr in meinem Kopf. Ich habe bei Phorms Toleranz und weltoffenes Denken gelernt. Man erlebt und versteht, dass die Welt vielfältig ist.
 

Und die letzte Frage: Phorms in drei Worten?

Maxi: Darf ich einen Satz mit vier Wörtern nehmen? Dann würde ich sagen: Toleranz und Inklusivität gelebt.
 

Isabel: Ich nehme auch vier Wörter: Teamgeist, Diversität. Offenheit, Kreativität.