Isabel: Wir waren gerade von Wien nach Berlin gezogen. Mein damaliger Mann war Opernsänger, ich bin Regisseurin, wir waren viel unterwegs und haben uns immer in einem kreativen, internationalen Umfeld bewegt.
In Berlin war es damals gar nicht so einfach, eine Schule zu finden, die zu diesem Leben passte. Meine Mutter hatte in der Zeitung von der Gründung von Phorms gelesen und kam mit dem Artikel zu uns: „Hier, das könnte doch etwas für euch sein.“ Den Artikel habe ich heute noch. Phorms war damals wirklich ein Anker für uns: Viele Familien bei Phorms hatten internationale Biografien oder Lebensmodelle. Wir fühlten uns vom ersten Tag an wohl und willkommen.
Die Phorms-Schule in Mitte war damals noch relativ neu, genau genommen erst zwei Jahre alt. Wie war die Stimmung in dieser Anfangszeit?
Isabel: Es herrschte ein besonderer „Gründungszauber“: Da waren so viele dankbare, fröhliche und engagierte Kinder, Eltern und Lehrkräfte. Es gab eine große Offenheit und Neugier. Alle haben sich eingebracht. Ich erinnere mich zum Beispiel an eine Aktion, bei der Eltern, Schülerinnen und Schüler gemeinsam die Wände gestrichen haben. Davon gibt es auch noch Bilder. Ich habe alle Jahrbücher aufgehoben. Wir fühlen uns Phorms auch heute noch verbunden, das Zugehörigkeitsgefühl ist nach wie vor da.